100 Stunden, um endlich zu verstehen, was du schon lange übst
Für alle mit Ashtanga-Erfahrung, die ihren Körper und die Yoga-Sutras wirklich verstehen wollen – kein Lehrziel nötig!
Neulich habe ich in einer Stunde eine Teilnehmerin gebeten, sich einfach nur hinzustellen. Ich habe mir zwei Minuten Zeit genommen, ihre Füße anzuschauen, ihr Becken, wie ihr Brustkorb auf ihrem Becken sitzt. Dann habe ich sie gebeten, in eine Drehung zu gehen. Nach rechts ging es mühelos. Nach links stockte etwas – nicht dramatisch, aber spürbar. Sie selbst hatte das nie bewusst bemerkt.
Es reicht nämlich nicht, jemandem zu sagen: „Deine linke Seite ist enger.“ Das weiß die Person danach zwar – aber verstehen tut sie es damit noch nicht. Erst wenn wir gemeinsam schauen, was genau in der Hüfte, im Iliosakralgelenk, in der Wirbelsäule bei dieser Drehung passiert, wird aus einer Beobachtung ein Verständnis.
DIE METHODE
Hinschauen. Verstehen. Lösen. In dieser Reihenfolge, nicht andersherum. Genau das ist die Arbeitsweise, mit der wir bei Deep Dive fünf Wochenenden lang deinen Körper erforschen – direkt an den Körpern der Teilnehmenden, nicht in der Theorie.
Das passiert bewusst in der Gruppe, nicht in einer Einzelstunde – und genau das macht den entscheidenden Unterschied. Wenn du bei einer anderen Teilnehmerin von außen genau das Muster siehst, das du selbst in deiner eigenen Praxis spürst, verstehst du es noch einmal auf einer anderen Ebene, als wenn du es nur an dir selbst fühlst. Der Blick von außen zeigt dir etwas, das du an deinem eigenen Körper so nicht sehen kannst. Die Gruppe ist hier kein Nebeneffekt, sondern der eigentliche Kern des Verstehens – tiefer, als es selbst eine Einzelstunde könnte.
Kein Zertifikat, kein Lehrziel nötig
Du musst für Deep Dive nicht unterrichten wollen. „Und, willst du danach unterrichten?“ ist eine Frage, die du vielleicht von Freundinnen, Familie oder manchmal von dir selbst hörst. Dahinter steckt die Annahme, dass sich eine Vertiefung nur lohnt, wenn hinterher etwas Berufliches herauskommt. Genauso wenig wie jemand, der stundenlang Schach studiert oder mit fünfzig ein Instrument lernt, ohne je vorzuspielen, einen externen Grund braucht, brauchst du einen. Svadhyaya, das Selbststudium, von dem Patanjali spricht, war nie als Ausbildung gedacht, sondern als Praxis für sich selbst – wertvoll, ohne dass irgendjemand zusehen muss.
Deep Dive ist außerdem bewusst nicht verschult: keine Hausaufgaben, keine Prüfung am Ende. Die ganze Energie fließt in die Wissensvermittlung, nicht ins Kontrollieren, was du dir davon gemerkt hast. Was du zwischen den Wochenenden und danach mit dem Gelernten machst, bleibt bei dir.
Auch für Yogalehrer:innen
Auch wenn Deep Dive in erster Linie für alle gedacht ist, die ihre eigene Praxis vertiefen wollen, ohne Lehrabsicht: Bereits ausgebildete Yogalehrer:innen profitieren ebenfalls stark davon – die 100 Stunden vertiefen Fachwissen über die eigene Ausbildung hinaus und sind als Fortbildungsstunden anrechenbar.
Start November 2026
Fr 15.00h – 19.30h
Sa 9.00h – 17.30h
So 9.00h – 15.00h
- 13. – 15.11. 2026
- 18. – 20.12.2026
- 15. – 17.01.2027
- 12. – 14.02.2027
- 19. – 21.03.2027
Üben ist nicht Verstehen
Vielleicht kennst du das Gefühl: Du übst eine Haltung seit Jahren – und dann, an einem einzigen Tag, verstehst du zum ersten Mal wirklich, was dabei in deinem Becken passiert. Das ist kein Widerspruch. Wer seit zehn Jahren zweimal die Woche übt, hat vermutlich über tausend Stunden auf der Matte verbracht – und trotzdem kann eine Haltung tausendfach wiederholt werden, ohne dass man je genau weiß, warum sie bei einem selbst so und nicht anders funktioniert. Üben und Verstehen fühlen sich beide wie Fortschritt an, aber sie sind es nicht zwangsläufig beide.
Dasselbe gilt für Adjustments: Eine Hand am Rücken, ein sanfter Druck, plötzlich geht die Drehung leichter – und man ist begeistert und komplett ratlos zugleich, weil man nicht weiß, welcher Muskel sich gelöst hat oder warum ausgerechnet dieser eine Punkt den Unterschied gemacht hat. Bei Deep Dive bleibt dieses Wissen nicht bei der Person, die die Hand gelegt hat. Wir erforschen intensiv durch Alignment und Adjustments bei den Haltungen, die du selbst seit Jahren übst, bis du nicht nur spürst, dass etwas wirkt, sondern auch, warum.
Die Inhalte
Alignment in den Asanas
- Asanas in Theorie und Praxis des Ashtanga Vinyasa Yoga
- korrekte Ausrichtung (Alignment)
- verbale und physische Hinweise zur Vertiefung des Asanas (Adjustments)
- die traditionelle Ansage der 1.Serie: der vinyasa count
- Varianten und Anpassung der 1.Serie für unterschiedliche Level und Bedürfnisse
Yoga-Sutren
Die Sutren, die „zu theoretisch“ waren
Vielleicht steht bei dir auch eine Ausgabe der Yoga-Sutras im Regal, mit Eselsohren bis Kapitel zwei und einem Lesezeichen, das seit Jahren an derselben Stelle klebt. „Zu theoretisch“ ist der Satz, den ich dazu am häufigsten höre – und ich kann ihn gut nachvollziehen. Das liegt nicht daran, dass die Sutren zu kompliziert wären. Es liegt daran, dass man versucht, sie mit dem Kopf allein zu knacken, ohne die Erfahrung, die es eigentlich braucht, um zu verstehen, wovon Patanjali überhaupt spricht. Die Sutren sind kein Buch, das du liest – sie sind ein Text, den du mit deinem eigenen Körper und deiner eigenen Praxis abgleichst.
Auch in einer normalen Yogastunde bleibt dafür kaum Zeit: Für ein einziges Sutra wie „Yoga citta vritti nirodhah“ reicht es gerade, die Übersetzung zu nennen und einen kurzen Bezug zur Praxis herzustellen – für alles andere bleibt in neunzig Minuten kein Platz. Deshalb gibt es bei Deep Dive an jedem der fünf Wochenenden einen eigenen, festen Block für das Sutra-Studium – Zeit, um bei einem einzigen Vers zu bleiben, Fragen zu stellen und Widersprüche auszuhalten, bis wirklich etwas hängen bleibt. Vorausgesetzt wird deine Ashtanga-Praxiserfahrung, nicht ein bestimmter Wissensstand zu den Sutren.
Die berühmten alten Schriften des Yoga sind in unserer heutigen Zeit so relevant, dass sie uns in allen Lebensfragen Orientierung geben. Die Texte zu entschlüsseln, lesbar für den heutigen Gebrauch zu machen, wird im Fokus der Ausbildung stehen.
- Yogaweisheit für das eigene Leben und zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern entdecken
- der 8-gliedrige Pfad des Raja Yogas
- Die Yoga-Sutras von Patanjali und die Anwendung in unserer heutigen Zeit
- Yogische Lebensprinzipien wie Gewaltlosigkeit, Ehrlichkeit, Nicht-Anhaften, Nicht-mehr-als-nötig Nehmen
- Selbstentwicklung und Verbindung mit der eigenen Wahrheit durch Yoga
Wie meldest du dich an?
Du meldest dich durch ein persönliches Gespräch, den unterschriebenen Vertrag & die Buchung der Ausbildung im Shop an.
Welche Vorraussetzungen benötigst du?
Dein Ashtanga-Niveau entscheidet nicht, ob Deep Dive zu dir passt. Vorausgesetzt wird deine eigene Praxiserfahrung – kein bestimmtes Level, keine bestimmte Serie, kein Handstand ohne Wand.
Die Teilnehmenden, die am meisten mitnehmen, sind selten die mit dem spektakulärsten Repertoire, sondern die, die neugierig genug sind, bei einer einzigen Bewegung zwanzig Minuten zu bleiben, ohne ungeduldig zu werden.
Sind die 100 Unterrichtsstunden anrechenbar?
Ja. Wenn du mit der „Ausbildung 500“ weiter machen möchtest, wird dir die Zeit der „Deep Dive 100“ angerechnet, so dass du auf insgesamt 600h kommst.
Preise
Frühbucher:innen bis 31.08.2026
1. Ohne Flat: 2100 €:
700€ Anzahlung bis 31.08.2026; ab 1.11.2026 5 Raten à 280€
2. Ermäßigt mit der Flat-12: 1800€:
600€ Anzahlung bis 31.08.2026; ab 1.11.2026 5 Raten à 240€
Buchung ab 01.09.2026
3. Ohne Flat: 2500 €:
750€ Anzahlung ab 01.09.2026; ab 1.11.2026 5 Raten à 350€
4. Ermäßigt mit der Flat-12: 2100€:
700€ Anzahlung ab 01.09.2026; ab 1.11.2026 5 Raten à 280€
Wie hoch ist dein zeitlicher Aufwand?
- Präsenz an den 5 Wochenenden
- Regelmäßige Yoga-Asana-Praxis
- Regelmäßige Pranayama-Praxis
Alle weiteren Zeiten, die du investieren möchtest, weil du bestimmte Kenntnisse vertiefen möchtest, stehen dir völlig frei. Hierzu erhältst du Literaturhinweise und weitere praktische Tipps. Dies ist aber keine Voraussetzung oder Notwendigkeit.
Die Wochenenden von November bis März sind bewusst freigehalten und unverschult und werden nicht durch Lehrproben oder abschließende Prüfungen in der Wissensvermittlung beeinträchtigt. So stehen dir diese fünf Wochenenden ausschließlich zum Aufnehmen des oben genannten Wissens zur Verfügung und zum Stellen aller deiner Fragen bezüglich der Asana-Praxis und den Yoga-Sutren.
Leitung der 100 Unterrichtsstunden
Die Ausbildung wird von mir Simone Picha ( BDY und EYU, sowie IHK Abschlüsse, ZPP Zulassung, Mysore-Unterrichte bei Pattabhi Jois ab 2002) geleitet. Ich startete als Freelancer-Yoga-Lehrerin 2003 und vollberuflich seit 2005 und bin seit 2007 mit der Yogaschule ginger up selbstständig. Ich leitet die Yogalehrer-Ausbildungen seit 2014.
